Webprogrammierung - Die 10 Gebote

 

Nicht bierernst im Stil aber dennoch sehr ernst zu nehmen: Schlimme Fehler bei der Webprogrammierung und beim Design vermeiden heißt, den Besucher für das Angebot und die Informationen interessieren. Denn es gibt sie immer noch, die wahren Experten in Sachen "wie verscheuche ich die Besucher so schnell wie möglich von meiner Website"!
Versetze Dich immer in die Lage Deines Besuchers. Was könnte er mögen und was nicht.

 
1 Du sollst maßhalten!

Der Albtraum: Man hat endlich eine passende Website gefunden und will sie in den Browser laden. Doch was passiert? Nichts! Einige Minuten später werden am unteren Rand des Browserfensters die geladenen Bytes angezeigt: 200 - 300 - 400 KByte. Im Browserfenster ändert sich die Hintergrundfarbe. Wieder verstreichen Minuten. Am unteren Rand stehen schon 800 KByte! Nun endlich sehen wir im Browserfenster das Firmenlogo, haufenweise Bilder, zappelnde GIF-Animationen und grafische Verzierungen aller Art, darunter der entscheidende Hinweis "Hier geht es weiter....". Rette sich wer kann!

Weniger ist manchmal mehr. Ein schlichtes Design mit flachen Table-Hierarchien baut sich sehr schnell im Browser auf und lenkt auch nicht so sehr vom Inhalt ab.

 
2Du sollst Deine Besucher nicht irreführen!

Google sei Dank! Die passende Seite ist gefunden und hat sich im Browser aufgebaut. Doch wie geht's nun weiter? Verzweifelt versuchst Du, die Struktur der Site zu durchschauen und klickst auf verstreute Links, deren Bedeutung Dir einfach nicht klar werden will. Zu allem Überfluß findest Du Dich plötzlich auf einer völlig fremden Site wieder. Spätestens jetzt hast Du die Orientierung restlos verloren und begiebst Dich unverrichteter Dinge und etwas enttäuscht auf Google's Suchfenster zurück.

Eine klare Struktur und eine ebenso klare Navigation ist für jede Website eine Überlebensfrage. Hier ist DHTML ein ganz hervorragendes Werkzeug, die Übersichtlichkeit und den Bedienungskomfort enorm zu steigern. Lasse Deinen Besucher auch niemals darüber im unklaren, wo in den Tiefen Deiner Site er sich gerade befindet. Und lasse ihn mit allerhöchstens 3 Klicks gezielt auf jede beliebige Seite Deiner Site wechseln. Links auf andere Websites sollten unbedingt in einem neuen Fenster geöffnet werden!

 
3Du sollst nicht nur Deinen Browser lieben!

Oh Schreck! Im Büro hast Du mit dem "Explorer" eine interessante Website gefunden, Dir den URL gemerkt und möchtest diese Site zu Hause in aller Ruhe durchstöbern. Dort werkelt aber ein "Opera" unter Linux, und der zeigt die gleiche Site, nur völlig verzerrt und absolut unleserlich! Ganze Seitenteile werden überhaupt nicht angezeigt! Grauenhaft!

Schreibe Webseiten nicht nur für Deinen Lieblingsbrowser! Es gibt bei der Webprogrammierung bestimmte Umgebungsvariablen, mit deren Auswertung Du Browsertyp, Versionsnummer und verwendetes Betriebssystem klar bestimmen kannst. Außerdem gibt es CSS, mit deren Hilfe Du Deine Webseiten leicht und vor allem vollautomatisch für jeden Browser optimieren kannst. Deine Besucher werden es Dir danken! Und wiederkommen.

 
4Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Design!

Hoppla! Das war doch der Webauftritt des Fußballvereins von Hinterbröseltupfingen - oder? Sieht jedenfalls genau so aus - die vielen kullernden Bällchen am oberen Fensterrand und die kleinen, netten, roten Teufelchen als Hintergrundgrafik. Also irgendwie paßt das einfach nicht zu dieser Site, wo es doch hier um medizintechnische Geräte geht.

Das eigene, individuelle Design, der "Wiedererkennungswert" oder auf neudeutsch CI, ist für einen erfolgreichen Webauftritt von enormer Wichtigkeit. Viele WYSIWYG-Editoren bieten diverse Designvorlagen an. Benutzt man sie, weiß der Profi sofort, mit welchem Editor gearbeitet wurde. Peinlich....

 
5Du sollst nicht uneffektiv programmieren!

Endlich ist er fertig, der Webauftritt! Und ins Netz gestellt. Das aus 200 Einzelteilen bestehende Werk erweist sich jedoch als wahrer Zeitkiller. Jede neue Seite muß wirklich von Grund auf neu geschrieben werden. Denn Du weißt: Nur eine Website mit aktuellen Inhalten wird oft besucht. Schnell kommt die Ernüchterung - das ist neben dem anstrengenden Beruf einfach nicht zu schaffen!

Die Lösung des Dilemmas liegt in der strikten Trennung zwischen Inhalt, Navigation und Design. PHP & Co bieten mächtige Werkzeuge um genau das zu realisieren. Eine Inhaltsseite sieht im Quelltext auf den ersten Blick erstaunlich trivial aus und ist daher sehr schnell erstellt. Die weit schwieriger zu erstellende Navigation und die Datei, in der das Design festgelegt wird, werden nur ein einziges Mal programmiert und an passender Stelle in diese Inhaltsseiten eingebunden. Das reduziert den Aufwand auf ein Minimum.

 
6Du sollst Deine Besucher nicht ausgrenzen!

Schöner Webauftritt! Gute Inhalte, schneller Seitenaufbau! Wer hat das programmiert? Du möchtest gerne ein paar lobende Worte loswerden, vielleicht noch ein paar Fragen stellen, doch auf der Suche nach dem Autor wirst Du einfach nicht fündig! Jammerschade!

Was ist passiert? Es fehlt die "Unterschrift". Wenigstens ein Impressum oder eine Kontaktseite sollte schon vorhanden sein. Noch besser sind interaktive Seiten oder einfach nur ein kleiner Crawler um die gezielte Suche nach bestimmten Stichworten zu erleichtern. Noch effektiver können je nach Inhalt und Typ des Webauftritts Bestell- oder Feedbackseiten sein. Interaktivität ist immer von Vorteil! So bezieht man seine Besucher in das "Geschehen" mit ein!

 
7Du sollst keine Baustellen feilbieten!

Ja, das ist genau das, was ich gesucht habe! Hoffnungsfroh klickst Du auf den Link, doch was mußt Du jetzt erleben: Statt der gewünschten Information begrüßt Dich ein zappelndes Bauarbeitermännchen mit einer Schaufel in der Hand. Darunter der Satz "An dieser Seite wird noch gearbeitet". Ist das nicht furchtbar?

Halte Dich einfach nur streng an folgenden Leitsatz: Erst fertigstellen, dann hochladen.

 
8Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen!

Nun ist es doch passiert! Irgendwie, aus nicht nachvollziehbaren Gründen, bist Du auf eine grauenhafte Webseite geraten. Dort wird ganz offensichtlich gelogen, unappetitliches dargeboten und Dein Feingefühl mit Füßen getreten. Angewidert klickst Du schnell auf den [×]. Das gerade fertig gewordene Mittagessen bleibt vorerst im Kochtopf.

Webseiten mit illegalen Inhalten, Verherrlichung von Krieg und Gewalt, Verunglimpfung von Personen oder Personengruppen oder einfach nur die Unwahrheit gehören nicht ins Internet. Und können strafrechtlich verfolgt werden! Sei bei Deinem Webauftritt aufrichtig und ehrlich! Das zahlt sich langfristig immer aus.

 
9Du sollst nicht stehlen!

Ahnungslos surfst Du auf Webseiten, auf denen Informationen stehen, die auch Du auf Deinem Webauftritt behandelst. Aber was ist das? Diese Grafik da! Die habe ich doch in stundenlanger Feinarbeit mit meinem Gimp selbst angefertigt! Und auf meiner Website veröffentlicht! Du bist stinkesauer! Und das zu Recht!

Bilder und Grafiken anderer Webseiten sind tabu! Nur durch käuflichen Erwerb und / oder mit ausdrücklicher Genehmigung des Eigentümers darfst Du sie auf Deinem Webauftritt mit einer Quellenangabe verwenden. Sonst kann es mächtig Ärger geben.

 
10Du sollst Dich nicht im stillen Kämmerchen verstecken!

Du hast mit Deinem Webauftritt 9 Gebote streng befolgt, nun möchtest Du es wissen: In diversen Suchmaschinen suchst Du gezielt nach den Themen Deiner Website. Die Ergebnisseite kommt und bietet ganz tolle Webseiten an. Nur Deine ist nicht darunter. Auch nicht auf der zweiten Seite. Und auch nicht auf der dritten und vierten. Das ist aber gar nicht schön!

Es fehlt noch das 10. Gebot. Dein Webauftritt muß auch gefunden werden. Es gibt tausend gut gemeinter Tricks und Tips zum Thema Suchmaschinen, doch die meisten können das sogenannte Ranking in den Suchmaschinen kaum verbessern. Hier ist Erfahrung angesagt. Versetze Dich immer in die Lage eines Surfers, der Deine Site finden will. Er gibt ganz gezielt Stichworte an und hofft, möglichst passende Seiten zu finden. Welche Stichworte könnte er benutzen, wenn er genau auf Deiner Website landen soll? Diese sollten im Text Deiner Inhaltsseiten möglichst weit oben und vor allem auch im korrekten Zusammenhang stehen.
Zur Überprüfung der Zugriffe auf Deine Site leisten Statistik-Module gute Dienste. Besonders interessant ist die Referer-Statistik. Hier siehst Du genau, wie gut Du von Suchmaschinen gefunden wirst. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Häufigkeit der Sprünge auf die eigenen Seiten. Hieraus kann man ablesen, wie lange sich die Besucher auf Deiner Website aufhalten. Und damit: Wie groß das Interesse war.

 
 
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