X-Window
Selbstverständlich kann ein hochentwickeltes Betriebssystem wie Linux auch mit einer
grafischen Benutzeroberfläche aufwarten.
Wer jedoch den Vergleich mit Windows sucht, der wird zunächst - aber wirklich nur ganz
am Anfang - eine derbe Enttäuschung erleben.
Das hinter X-Window stehende Konzept ist aber so genial, daß man sich recht bald die
ernsthafte Frage stellt: Wozu brauche ich überhaupt Windows?
startx (580×380, 427 Bytes) |
Jawollja, mit diesem Befehl geht's auch unter Linux nun endlich in die heile (?) bunte Welt der
grafischen Benutzeroberflächen - aber was ist das?
Sollte da nicht sowas wie Windows 95 kommen? Statt dessen grinst mich schon wieder so eine
häßliche Konsole an, die ich doch schon aus dem Textmodus kenne...
Und überhaupt - sieht ja grauenhaft aus....
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| Grundfunktionalität |
Nun - X-Window ist gar keine grafische Benutzeroberfläche!
Vielmehr stellt es gewisse Grundfunktionalitäten zur Verfügung, auf die dann
sogenannte Frontends, auch Windowmanager genannt, aufsetzen können, die die
eigentliche Benutzeroberfläche darstellen.
Und das ist auch schon der Geniestreich Nr. 1 - es gibt duzende Frontends, für jeden
Geschmack ist ganz sicher etwas dabei!
Vom einfachen TWM über den FVWM95, der Windows95 nachempfunden ist, bis zum
hochkarätigen KDE, der jetzt schon, in der Version 1.0, alles in den Schatten
stellt, was so an grafischen Oberflächen angesagt ist.
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TWM (580×380, 1.036 Bytes) |
Der TWM ist noch harmlos: Fenster mit Titelleisten, Menüs in den meisten Anwendungen - naja fast so,
wie man es von Windows her kennt.
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KDE (1024×768, 37.146 Bytes) |
Im KDE wird's richtig heftig. Irgentwie erinnert er auf den ersten Blick an Windows 95.
Aber dann - bis zu 8 (!) unabhängige Desktops, zwischen denen jederzeit umgeschaltet werden
kann, zwei Taskleisten, eine (hier die obere) für die aktiven Programme und eine zum
Starten von Anwendungen, deren Symbole sich auch direkt auf der Leiste ablegen lassen.
Nebenbei - der Hintergrund ist nicht etwa ein speicherfressendes Bitmap ...
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| Client / Server |
Und jetzt der Geniestreich Nr. 2:
X-Window verwendet das "Client / Server - Prinzip", eine auf den ersten Blick etwas
umständliche Handhabung:
Dabei spielt "X" den "Server", nimmt also die Benutzereingaben und die grafische Ausgabe der
X-Anwendung (diese spielt dann den "Client") entgegen.
Das geniale: Es ist ziemlich wurscht, auf welcher Kiste der X-Server läuft,
Hauptsache die X-Anwendung (="Client") weiß, wo sich der zuständige X-Server befindet.
Und das steht in der Umgebungsvariablen DISPLAY!
Es ist damit also prinzipiell möglich, eine X-Anwendung weiß der Geier wo auf der
Welt zu starten und auf dem heimischen PC zu bedienen.
Aus diesem Grunde gibt es auch X-Server für Windows.
Beispiel:
Der heimische Rechner hat die IP 195.37.209.30 - Dann braucht man sich nur per Telnet in
irgendeinen Rechner einzuloggen und die X-Anwendung "ballerspiel" mit
export DISPLAY=195.37.209.30:0.0
ballerspiel
oder kurz
ballerspiel -display 195.37.209.30:0.0
ausführen. Wohlgemerkt - die X-Anwendung läuft auf dem entfernten Rechner unter Linux
und nicht etwa auf dem heimischen PC unter welchem Betriebssystem auch immer!!!
Jetzt könnte man die Frage wiederholen: Wozu brauche ich überhaupt Windows? .... |
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