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Warum ein schlichtes, übersichtliches Design eines Webauftritts den Besucher erfreut, und warum Überkandideltes abschreckt.
 

 Webprogrammierung - Ergonomie und Design

Webprogrammierung und Design - zwei sich ausschließende Disziplinen? Nicht doch! Die eine kommt nicht ohne die andere aus! Und hier gilt eindeutig: Weniger ist manchmal mehr. Optimal wäre ein schlichtes, elegantes und vor allem ästhetisches Design, das es einfach nur angenehmer macht, auf diesem Webauftritt ein wenig zu verweilen. Hierzu ein überaus gelungener Beitrag von Thomas Wirth: Usability, Psychologie, Ergonomie, Kommunikation...

Doch die Realität im "Netz" geht schon lange einen ganz anderen Weg: Es ist wie bei den Autos - immer mehr PS, immer schneller, immer schwerer und immer durstiger. Und das bei immer weiter steigenden Ölpreisen! So geht die Botschaft millionenschwerer Webauftritte in einer grauenhaften Designorgie völlig unter, vorausgesetzt, sie baut sich überhaupt noch im Browser auf.

Ein Designer ist gut beraten, sich ein wenig - oder besser - ein wenig mehr mit der Wahrnehmungspsychologie des Menschen zu beschäftigen. Wie nimmt der Mensch ein Plakat wahr, das er aus einem schnell fahrenden Zug heraus betrachtet? Kann er die Botschaft aufnehmen? Dann hat das Plakat seinen Zweck erfüllt. Konnte er nicht? Schlecht für denjenigen, der viel Geld für das Plakat zum Fenster hinausgeworfen hat...

Ein simples Experiment:
Jedes "Plakat" öffnet ein eigenes Fenster, bleibt 1 Sekunde im Blickfeld des Beobachters und verschwindet dann wieder. Jedes dieser "Plakate" möchte die gleiche Botschaft - drei sehr kurze Begriffe aus der Erdgeschichte - übermitteln. Alles Klar? Konnten Sie alle drei Plakate lesen? Glückwunsch, Adlerauge! Konnten Sie nur das letzte Plakat auf Anhieb erfassen? Nicht schlimm, das ist völlig normal, denn das ist die für solche Zwecke beste Wahl der Darstellung.
Also: Zurück zum "Steinzeitdesign"? Experiment 2 dazu...
Auch nicht gut, denn eine gar nicht gestaltete Seite wirkt nicht einladend - und trägt auch nicht zur besseren Lesbarkeit bei. Auf den folgenden zwei Plakaten befindet sich jeweils ein identischer Text. Beide Plakate sind nur 5 Sekunden lang zu sehen.
  • Starten Sie nun Plakat 4... (680 Bytes)
  • Starten Sie nun Plakat 5... (907 Bytes)
Hat Plakat 4 den Test bestanden - oder vielleicht doch eher Plakat 5? Bei welcher Version bleibt die Botschaft besser "hängen"?
Fazit
Designen - ja, unbedingt! Aber nicht übertreiben. Das Design soll den Besucher unterstützen, ihn willkommen heißen, ihn erfreuen. Es sollte aber auch zur Übersichtlichkeit, zur Ergonomie, zur »Besucherfreundlichkeit« entscheidend beitragen. Und dabei sollte nicht ganz vergessen werden - Je aufwendiger das Design, desto mehr Daten müssen im allgemeinen übertragen werden (siehe unser Beispiel im letzten Abschnitt) - und desto langsamer der Seitenaufbau. Aber gerade hier ist ein sehr guter Kompromiß zwischen den sich scheinbar ausschließenden Eigenschaften möglich.